Impfungen


Gezielte Impfungen können Ihrem Nager viel Leid ersparen, da manche Krankheiten sehr schmerzhaft oder sogar tödlich verlaufen.
Regelmäßige Schutzimpfungen sind unverzichtbarer Bestandteil der Krankheitsvorbeuge.

Welche Impfungen sind bei Kaninchen zu empfehlen?
  • Myxomatose
Diese Viruserkrankung wird durch andere Kaninchen (Ausstellung, Garten), durch Stechmücken oder über kontaminiertes Grünfutter von Wildkaninchen auf Hauskaninchen übertragen. Durch dieses Pockenvirus schwellen die Augenlider, Mund, Nase, Ohren und Geschlechtsorgane plötzlich an.
Futter und Wasseraufnahme werden zur Qual. Die Tiere werden apathisch und sterben fast immer.
Empfohlen wird eine Impfung ab der 6. Lebenswoche . Wir haben den kaninchenfreundlichen Jahresimpfstoff .   Insektenbekämpfende Maßnahmen wie Fliegengitter oder Fliegenspray auf pflanzlicher Basis  sind vorteilhaft.
 
  • Chinaseuche
auch RHD  1 (rabbit hämorrhagic disease) genannt.
Auch diese Viruserkrankung wird durch andere Kaninchen, kontaminiertes Grünfutter oder Insekten übertragen.
Es ist eine höchst akut verlaufende Krankheit, die innerhalb von Stunden durch plötzliche Erstickungskrämpfe zum Tod führt. Die Tiere schreien oft schrill auf und fallen um. Meist ist blutiges Nasensekret zu sehen. Manchmal zeigen die Tiere zuerst Atembescherden, Unruhe und Fieber bevor sie sterben.    Empfohlen wird eine jährliche Impfung ab der 6. Lebenswoche.

ZU RHD 2:

Neue Seuche, tausende sterben: Wie sicher ist dein Kaninchen vor der mutierten Chinaseuche (RHD2)?

Seit etwa einem Jahr geistern viele Warnungen vor einer mutierten Form des RHD Virus herum, dieser neue Virenstamm wird auch RHD2 oder RHDV2 genannt. Während die bestehenden Impfungen sehr gut vor den normalen Erregern der Chinaseuche schützen, ist das bei der mutierten Form leider nicht der Fall, dadurch ist teils eine regelrechte Panik unter Kaninchenhaltern ausgebrochen, die ihre Tiere gerne schützen würden.

Aktuelle Kurzinfo

RHD2 ist ein Virus das sich seuchenhaft in noch nie dagewesener Form über ganz Deutschland ausbreitet. Keine Region ist verschont geblieben, in ganz Deutschland sterben massenhaft ganze Bestände. Die Tiere zeigen kaum/keine Voranzeichen und versterben innerhalb von Stunden. Kaum ein Tier überlebt. Die normale RHD und Myxomatose sind im Vergleich zur RHD2 fast schon harmlos, da sie in den letzen Jahren nie so verbreitet waren, wie nun die RHD2. Aber auch die Myxomatose ist dieses Jahr relativ stark verbreitet.

Wir empfehlen dringend, gegen RHD2 mit speziellen RHD2-Impfstoffen impfen zu lassen:

Eravac (halbjährlich nachimpfen)



Momentane Seuchenlage: Höchste Gefährdung DE-weit! Fahren Sie lieber weiter, als auf die Impfung zu verzichten! Impfen Sie unbedingt auch Innenkaninchen! Chronisch kranke Kaninchen können in der Regel problemlos geimpft werden (mit dem Tierarzt besprechen).

Wichtig: Vor jeder Impfung sollte eine Kotprobe untersucht (Kot von 2-3 Tagen abgeben, und nur parasitenfreie Kaninchen geimpft werden (bessere Wirksamkeit & Verträglichkeit).

Der Virus

Der RHD-Erreger ist ein Calicivirus, so wie auch einer der Erreger des Katzenschnupfens. Nachdem jahrelang nur der klassiche RHD Virus auftrat, stellte man 2010 erstmals einen neuen RHD Erreger fest, der in Frankreich auftrat (RHD2-Virus), an diesen starben auch geimpfte Kaninchen. 2014 trat er erstmals in Deutschland auf (an Frankreich angrenzende Bundesländer). Der Virus überlebt auch ohne Wirt unter günstigen Bedingungen gute sieben Monate, ist unempfindlich gegenüber jeglichen Witterungseinflüssen (selbst bei dauerhaften 80 Grad überlebt er zwei Tage lang – bei 20 Grad Raumtemperatur immerhin 14 Wochen). Der RHD2-Virus tritt nicht nur in den Sommermonaten, sondern leider auch im Winter auf. RHD ist nicht mehr meldepflichtig und muss nicht angezeigt werden.

Übertragung & Ansteckungsgefahr

Übertragen wird er durch direkten Kontakt zu kranken Tieren oder indirekt durch Stechmücken und Fliegen (selten auch durch den Kaninchenfloh, Milben, Zecken und andere Insekten), Tierarztbesuche, verseuchte Gegenstände (Schuhe, Kleidung…) oder durch kontaminiertes Futter (insbesondere Grünfutter aus Gebieten mit infizierten Wildkaninchen/Feldhasen, (auch abgepacktes) Heu, Gemüse aus dem Supermarkt, Trockenfutter…). Überlebende, scheinbar wieder gesunde Kaninchen scheiden den Virus weiter aus (Dauerausscheider). Werden verendete Kaninchen begraben, so überdauert der Virus Jahrzehnte, da er unter der Erde günstige Bedingungen vorfindet. Er tritt bei Kaninchen (auch Wildkaninchen) und Hasen (Feldhasen) auf. Der Mensch und andere Tiere (auch Nager und Meerschweinchen) können sich mit dem Virus nicht infizieren, sie sind immun. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es i.d.R. nur ein bis drei Tage (Inkubationszeit), bei RHD1 treten aber teils auch noch Todesfälle bis zu drei Wochen nach der ersten Infektion auf.Hauptsächlich betroffen sind heranwachsende Jungtiere die nicht mehr durch die Muttermilch immun (wie in den ersten vier bis sechs Lebenswochen – sie erkranken nicht, können jedoch den Erreger übertragen) sind und ausgewachsene Kaninchen sofern sie nicht gegen RHD2 geimpft wurden.

Prävention: Wie verhindere ich, dass meine Kaninchen RHD bekommen?

An erster Stelle ist hier die Impfung gegen RHD zu nennen(siehe oben).

Weitere Schutzmaßnahmen:

Konstanter Bestand, möglichst wenige Wechsel (Urlaubsbetreuung, neue Kaninchen… Kein Kontakt zu wildlebenden Kaninchen oder Hasen, auch nicht durch Gitter (z.B. durch zwei sichere Zäune mit Abstand zueinander)

Drei wöchige Quarantäne für neu aufgenommene Kaninchen

Schutz vor Insekten, z.B. durch Fliegengitter an den Fenstern (Innenhaltung) oder über dem Gitter (Außenhaltung)

Grünfutter von Wiesen mit (erkrankten) Wildkaninchen und Feldhasen ist insbesondere in Seuchengebieten und für ungeimpfte Kaninchen gefährlich. Allerdings wächst auch Heu (auch das Abgepackte!) und Gemüse aus dem Supermarkt ggf. mitten im RHD-Gebiet! Und auch Trockenfutter besteht aus Rohstoffen, die mit RHD in Kontakt gekommen sein können. Die Erhitzung tötet den Erreger nicht ab. D.h. jede Fütterung birgt die Gefahr der Übertragung, außer man füttert stark regional aus einem unbetroffenen Gebiet. Am sichersten ist die Verfütterung von Baumblättern und Zweigen, da sie erhöht wachsen.

Erhöhte Vorsicht wenn RHD in der Umgebung auftritt (keine Genstände von befreundeten Kaninchenhaltern leihen, kein Kontakt zu anderen Kaninchenhaltern oder Kaninchen, Vorsicht bei Tierarzt-Terminen!)

 
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